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Vorkommen von ADS und ADHS
 
Die Hyperaktivität war ehemals das einzige sichere Leitsymptom. Forschungsergebnisse zur Genese von ADS seit 1990 führten dazu, dass heute mehr Betroffene als früher diagnostiziert werden können und sich das Geschlechterverhältnis zwischen betroffenen Frauen und Männern von 1:9 auf 1:3 verringerte. Die Rate der insgesamt Betroffenen, früher mit 3-6% angegeben, wird heute mehrheitlich auf 6% geschätzt. Verschiedene Autoren, die leicht betroffene und nicht therapiebedürftige Personen mit berücksichtigen, sprechen auch von Raten bis zu 25%.

ADS betrifft nach den Kriterien des DSM-IV ca. 4-8% aller Schulkinder in Deutschland. Nimmt man die Bemessungsgrundlagen des ICD-10 für das Hyperkinetische Syndrom, so erhält man Schätzraten von 1-3 %. Rein rechnerisch bedeutet das, dass in jedem Klassenzimmer durchschnittlich etwa ein betroffenes Kind sitzt. Jungen werden gegenüber Mädchen häufiger diagnostiziert, da sie meist durch ihr Verhalten schneller auffallen. Bisher wird ein Geschlechterverhältnis von 3:1 angenommen. Aktuelle Hypothesen vermuten ein ausgeglicheneres Verhältnis.
 
Entwicklung von ADS und ADHS
 
Die Prävalenz von ADS im Erwachsenenalter wird mit 1,3% bis 4,7% angegeben.
Zwischen 30% und 70% der ADS bzw. ADHS-betroffenen Jugendlichen behalten diese Störung auch im Erwachsenenalter; jedoch ist die Forschung hierzu noch nicht abgeschlossen. Im Erwachsenenalter bildet sich meist die Hyperaktivität stark zurück und ADHS und ADS wird häufig von Sekundärsymptomen und Folgeerkrankungen begleitet, zumeist sind es Depressionen, Angststörungen und Störungen des Selbstbildes und Selbstwertgefühls, da der Betroffene oft von sozialen Gruppen zurückgewiesen wird.
Bei Frauen werden auch Essstörungen beobachtet.

ADS bzw. ADHS im Erwachsenenalter ist seit 1995 bekannt und wird seit 2003 auch in Deutschland anerkannt.
Problematisch ist die Diagnosestellung, da die Kernsymptome auch als völlig normale Erscheinungen in den Entwicklungsphasen des Vorschulalters auftreten und die Unterscheidung zwischen Variationen der Norm und Auffälligkeit Eltern und Erziehern daher oft sehr schwer fällt.

In den letzten 30 Jahren wurden zumeist Erziehungsfehler, Elternproblematik, Vernachlässigung und frühkindliche Traumata für die Ursachen von ADS und ADHS gehalten und die Störungen grundsätzlich als soziales und pädagogisches Problem angesehen. Diese Ansichten werden von neueren Untersuchungen jedoch ausgeschlossen.
 



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