Ein Elterntraining vermittelt den Eltern die Fähigkeiten, in schwierigen Erziehungssituationen angemessen zu reagieren.
Im Umgang mit ADS und ADHS Kindern gibt es ein therapeutisches Prinzip, das sich als sehr wirksam erwiesen hat: Interventionen finden am Ort der Symptomatik statt. Bei den Schwierigkeiten in der Schule hat der Lehrer den größten Einfluss; bei Schwierigkeiten zu Hause müssen die Eltern reagieren.
Hier kann eine Schulung in angemessenen elterlichen Reaktionsweisen außerordentlich hilfreich sein. Sehr oft führen impulsive, motorisch unruhige und aufmerksamkeitsgestörte Verhaltensweisen zu schwierigen Erziehungssituationen, die Eltern (und Lehrer) oft hilflos reagieren lassen. Auch wenn Eltern und Lehrer um die Symptomatik wissen, ist die Verunsicherung häufig groß, wie in konkreten Situationen reagiert werden soll.
Eltern hyperaktiver Kinder werden häufig übermäßig bestimmend und entwickeln einen ungünstigen Erziehungsstil. Die Eltern selbst schätzen sich dabei meist als hilflos ein, oder meinen, als Eltern zu versagen - besonders, wenn eine Störung des Sozialverhaltens mit auftritt. So bringt bereits eine Aufklärung über diese Zusammenhänge erste Entlastung.
ADHS in Kombination mit einer Störung des Sozialverhaltens hat eine sehr schlechte Prognose für die weitere Persönlichkeitsentwicklung: Diese Kinder werden oft leichter kriminell, nehmen schneller Drogen, versagen öfter in der Schule und entwickeln relativ oft eine Antisoziale Persönlichkeit. Deshalb gilt es, diesem Weg vorzubeugen, und hierbei kann ein Elterntraining sehr sinnvoll sein.
Auch Änderungen im familiären Umfeld werden bewirkt: Ein Elterntraining fördert die elterliche Verbindung, die Kinder können die Eltern nicht mehr so leicht spalten und Streit sähen. Die familiären Rollen zwischen Vater und Mutter werden gefestigt: Eltern bleiben Eltern, Kinder bleiben Kinder.

