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Tics
 
Was sind Tics?
Unwillkürliche, meist rasch ablaufende einfache oder kombinierte Bewegungen oder Geräusche, die von dem Betroffenen nicht oder kaum gesteuert werden können.
Sehr häufig ist der Gesichts- und Kopfbereich beteiligt.
Manche Kinder blinzeln, nicken immer wieder mit dem Kopf oder ziehen ihn zur Seite, andere zucken mit den Schultern oder machen kurze Rumpfbewegungen.
Ein Tic kann aber auch aus komplexen Handlungen bestehen wie etwa Hüpfen, sich auf die Schenkel klopfen und anschließend in die Luft schlagen.

In anderen Fällen produzieren die Kinder auch immer wieder die gleichen Geräusche wie etwa Räuspern, Grunzen, Hüsteln oder Schnalzen mit der Zunge. Manche Kinder geben auch immer wieder die gleichen vollständigen Wörter oder Sätze unwillkürlich von sich.

Eine seltene Sonderform der Tic-Störung ist das so genannte ?Tourette-Syndrom?, bei dem die Betroffenen gleichzeitig einige Bewegungs-Tics und Laute, oft obszöne oder aggressive Wörter, kombinieren.
Die Tics können mit großer Häufigkeit oder nur wenige Male am Tag auftreten.
Bei starker Erregung wie etwa bei Freude oder Ärger treten die Tics meist häufiger auf, im entspannten Zustand werden sie seltener.

Tics treten bis zu 30 % mit ADS bzw. ADHS auf. Unter der Medikation von Methylphenidat kann es in Einzelfällen zur Verstärkung bestehender Tic-Symptome kommen oder es können neue Tics auftreten. Manchmal kann die Einnahme von Methylphenidat auch zu einer Abnahme von Tic-Symptomen führen.
Daher empfiehlt es sich - besonders bei Tourette-Syndrom, in der Familienanamnese, das Auftreten von Tics unter der Stimulanzienmedikation sorgfältig zu überwachen. Bei schwerwiegenden Tic-Symptomen ist ein Versuch mit einem Alternativpräparat (z. B. Atomoxetin) zu erwägen.
Kann aufgrund der Schwere des ADHS auf die Stimulanzienmedikation nicht verzichtet werden, so ist es möglich, die Tics spezifisch medikamentös zu behandeln. Die erste Wahl ist dabei Tiaprid.

weiteres folgt noch!
 
Behandlung von Tics
 
Eine medikamentöse Therapie sollte erst dann erfolgen, wenn die Tics stark ausgeprägt sind, wenn einzelne Tics sehr störend sind, z.B. Aussprechen obszöner Wörter, wenn Komplikationen drohen infolge von Selbstverletzungen.

Als Substanzen der 1. Wahl gelten verschiedene Neuroleptika. Hier haben sich eine Vielzahl von Substanzen wie Tiaprid (Tiapridex®), Pimozid (Orap®), Risperidon (Risperdal®), Sulpirid (Dogmatil®), Haloperidol (Haldol®) und Olanzapin (Zyprexa®) als wirksam erwiesen.

Eine Einschätzung, welche der vorgenannten Substanzen am effektivsten bzw. nebenwirkungsärmsten ist, ist nicht ohne weiteres möglich.
Haloperidol (Haldol®) gilt seit vielen Jahren als wirksam, ist jedoch mit relativ vielen Nebenwirkungen verbunden und wird daher in Deutschland nur noch selten eingesetzt.
In Deutschland werden am häufigsten Pimozid (Orap®), Tiaprid (Tiapridex®) und Sulpirid (Dogmatil®) verordnet. Für diese Medikamente konnte in wissenschaftlichen Studien eine Wirkung gezeigt werden.
Sulpirid (Dogmatil®) ist eher günstig auf andere Symptome wie Zwang, Aggression und depressive Verstimmungen.
In Deutschland wird Tiaprid (Tiapridex®) besonders bei Kindern eingesetzt, da mit dieser Substanz günstige Erfahrungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gewonnnen wurden.
Für das atypische Neuroleptikum Risperidon (Risperdal®) konnte in verschiedenen Studien ebenfalls eine günstige Wirkung auf Tics gezeigt werden.
Die klinische Erfahrung fundiert, dass Neuroleptika bei jedem einzelnen Patienten unterschiedlich wirken und dies sowohl hinsichtlich des positiven Effektes als auch der Nebenwirkungen.
Eine Vorhersage ist nicht möglich. Bei einer kleinen Zahl von Patienten führen Neuroleptika zu keiner Verminderung von Tics, in Einzelfällen wurde sogar eine Verschlechterung beobachtet.
Zu Beginn der Behandlung sollte in der Regel nur ein Medikament gegeben werden, um dessen Wirkung und Verträglichkeit genau beurteilen zu können. Die Behandlung sollte niedrig dosiert begonnen und die Dosis nach und nach langsam je nach Wirkung gesteigert werden. Auf die Zahlenangabe von Dosierungen wird an dieser Stelle bewusst verzichtet, da die Dosierung individuell je nach Verträglichkeit, Wirksamkeit, klinischer Symptomatik - aber auch unter Berücksichtigung von Alter und Körpergewicht - erfolgen muss.
 
Was tun?
 
Oft werden Tics durch innere und äußere Stressoren verstärkt ausgelöst. Dieses gilt daher für Betroffene nach Möglichkeit zu vermeiden.

Stress wird oft durch zu hohe Anforderungen an sich selbst, bei der Arbeit, dem Haushalt oder auch in der Freizeit ausgemacht. Gerade bei Kinder, deren Terminplan heute dem eines vielbeschäftigen Managers gleichen kann.

Probleme nicht überbewerten. Nicht in gestresstem Zustand versuchen, Probleme zu lösen.
In entspanntem Zustand kann man klarer und konzentrierter denken. Hierbei sind Entspannungsverfahren wie Yoga und autogenes Training sehr hilfreich.
Stress in körperliche Aktivität umsetzen, wie Sport treiben oder Spazieren gehen oder eine Arbeit, die Spaß macht.
 


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