Verfasst am 17.12.2007, 10:22:51 Uhr

ADS/ADHS wird bei Erwachsenen sehr oft übersehen.
Häufig werden sie erst diagnostiziert, wenn ADS/ADHS bei Kindern erkannt wird.
?Bei 1/3 der Kinder hört ADS/ADHS auf, sobald sie das Teenageralter errreicht haben,
?Bei weiteren 1/3 bleiben Störungen im Bereich von Aufmerksamkeit und Hyperaktivität,
?beim letzten 1/3 besteht die Störung weiter und hat weitere Verhaltensprobleme zur Folge.
Viele Erwachsene versuchen die Diagnose selbst zu stellen, in dem sie Fragebogen ausfüllen, die sie im Internet oder in einer Zeitschrift finden. Während dies tatsächlich hilfreich sein kann, ist es am besten, wenn man einen Arzt aufsucht.
Der Arzt wird dabei folgenden Fragen nachgehen:
?Zeigt das Verhalten und Befinden, dass Sie Probleme mit Aufmerksamkeit und Hyperaktivität haben?
Dazu werden Fragen zur Lebensgeschichte, zum jetzigen Leben und zu den Beziehungen gestellt. In diesem Zusammenhang muss man auch Fragebögen auszufüllen.
?Bestehen diese Probleme bereits seit der Kindheit? ADS/ADHS tritt nicht erst im Erwachsenenalter auf.
?Gibt es Schwierigkeiten mit Stimmungsschwankungen? Bestehen diese Probleme bereits seit der Kind-heit?
?Betreffen diese Probleme sowohl die Arbeitsplatzumgebung als auch das häusliche Umfeld?
?Bestehen körperliche oder seelische Störungen, die sich auf das Verhalten auswirken?
?Wie schätzen Familienmitglieder oder Arbeitskollegen die Schwierigkeiten ein?
Wenn es sich nicht um ADS/ADHS handelt, was kann es dann sein?
?Depression oder andere affektive Störungen
?Angst oder Panikattacken
?Schilddrüsen- oder andere hormonelle Störungen
?Alkohol- oder Drogenkonsum
Was kann man selbst tun, wenn man ADS/ADHS hat?
Wenn der Arzt die Diagnose gestellt hat und Sie an ADS/ADHS leiden, wird er Verhaltensänderungen emp-fehlen und bestimmte Medikamente verschreiben. Ihr Arzt wird je nach vorherrschender Störung verschie-dene Medikamente einsetzen. Einige dieser Medikamente wie Stimulantien, Antidepressiva oder Mittel ge-gen Anfallsleiden wurden ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt. Diese Medikamente können aber dabei helfen, aufmerksam zu sein, sich zu konzentrieren und die Impulse besser zu kontrollieren. Die Ein-nahme dieser Medikamente ist einfach und in der Regel nur mit wenigen Nebenwirkungen verbunden.
Was kann man darüber hinaus noch tun, um sich zu helfen?
Man kann lernen, seine Arbeitsumgebung zu verändern und Ablenkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Eine Reihe von Organisationshilfsmitteln und Terminplaner/Notizbücher können dabei helfen, sich besser auf die Arbeit am Arbeitsplatz und in der häuslichen Umgebung zu konzentrieren.
Viele Menschen mit ADS/ADHS erfahren eine Psychotherapie als hilfreich. Die lebenslange Erfahrung von ADS/ADHS bedingten Verhaltensstörungen und damit verbundenen Problemen können zu ernsthaften Selbstwertproblemen und Spannungen in den familiären Beziehungen führen. Eine spezialisierte Psychothe-rapie, psychoedukative und Selbsthilfeguppen können Ihnen bei diesen Problemen helfen.
Empfehlungen für den Alltag:
?Fragen statt vermuten, wenn etwas nicht verstanden wurde!
?Große Aufgaben in kleine unterteilen, sich selbst nach jedem Teilschritt loben oder belohnen.
?Jeden Tag eine Liste von den Sachen aufstellen, die zu erledigen sind! Regelmäßig einen Terminkalender benutzen!
?Eins nach dem anderen! Legen Sie Pausen ein!
?Benutzen Sie ein Notizbuch für alles, was Sie nicht vergessen wollen! Das Notizbuch immer mitführen.
?Wenn nötig, Zettel aufhängen am Kühlschrank usw.
?Ähnliche Sachen zusammen aufbewahren.
?Entwicklen Sie Routineabläufe: möglichst viel immer zur gleichen Zeit, am gleichen Tag!
?Schlafen Sie ausreichend und treiben Sie genügend Ausgleichssport!
?Nehmen Sie Hilfe an!



Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)

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