Verfasst am 14.01.2008, 09:40:10 Uhr

Da heutzutage sehr schnell von Ärzten eine Diagnose ADHS gestellt wird, möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass eine genaue Diagnostik gestellt werden muss.
Es kann nicht sein, dass man sein Kind einmal vorstellt und sofort eine Diagnose gestellt wird und auch gleich Medikamente verschrieben werden.
Dies hilft unseren Kindern nicht, schadet ihnen nur.
Wichtig ist:
?Ausführliche Befragung der Eltern (Lebenssituation, Krankheitsgeschichte, familiäre Vorbelastungen
?körperliche Untersuchung und neurologische Untersuchungen der Fein- und Grobmotorik, der Bewegungskoordination sowie der Sinnesorgane, wie Testung der Sehstärke, des Hörvermögens usw.
?Testpsychologische Untersuchungen, wie Intelligenz- und Aufmerksamkeitstests, Überprüfung schulischer Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen, Untersuchung der emotionalen und sozialen Entwicklung
?Verhaltensbeobachtungen und -bewertung (Verhaltensbeschreibungen von unterschiedlichen Personen wie Eltern, Verwandten, Lehrern, Erziehern, evtl. Videoaufzeichnungen von Alltagssituationen, Feststellen von Stärken und Kompetenzen sowie Schwächen und Defiziten);
?Weitere Untersuchungen sind: Messung der Hirnströme (EEG) und der Herztätigkeit (EKG) sowie Blutuntersuchungen (besonders bei geplanter Medikamentengabe).
Im Rahmen der differentialdiagnostischen Untersuchung ist es wichtig, begleitende Probleme wie Störungen im Sozialverhalten, Lernschwierigkeiten, depressive Verstimmungen, Angst etc. zu erkennen, um sie möglicherweise gesondert behandeln zu können.
Alle diese Beschwerden können nicht nur Begleiterscheinungen der ADHS sein, sondern auch das verursachende Krankheitsbild, welches die Verhaltensauffälligkeiten hervorruft.
Diese Erkrankungen müssen vor der Diagnosestellung ausgeschlossen werden, denn unter Umständen können Intelligenzminderung, Hochbegabung, Epilepsie, Schilddrüsenstörungen und andere psychische Erkrankungen (wie z.B. kindliche depressive Verstimmungen, Ängste, Zwangserkrankungen, tief greifende Entwicklungsstörungen (wie z. B. Asperger Autismus), Psychosen bei Jugendlichen (Schizophrenie), posttraumatische Belastungsstörungen) zu ähnlichen Anzeichen wie bei einer ADHS führen. Auch bestimmte Medikamente können ADS-ähnliche Symptome auslösen.
Sollten Sie an einen Arzt geraten, der dies nicht durchführt und Ihnen gleich Medikamente verschreiben will, ist dringend zu raten, Abstand zu nehmen.
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