Verfasst am 12.11.2010, 15:21:08 Uhr

Hallo alle miteinander
Ich bin 39 Jahre alt und Mutter von 2 Jungs (10 und 5 Jahre alt). Bei unserem 1. Sohn ist ADHS diagnostiziert seit er 5 1/2 Jahre alt ist. Was soll ich sagen, es ist ..wirklich nicht einfach.
Mein Mann (der Vater) und ich ziehen seit je her an einem Strang und haben bisher alles versucht was uns eingefallen ist = Ergotherapie, Kiniosoloige, Homöopathie, Erziehungsberatungsstelle lang und ausgiebig, teure Naturheiler mit Irisdiagnose etc. etc.
Das Einziege was uns in all den Jahren (wenn überhaupt) immernoch am meisten geholfen hat ist Medikinet retardt in ausreichender Dosis (jetzt 30mg bie 36 Kg Gewicht).
Aber trotzdem läuft es leider nicht rund. Der Große hat immer immer wieder totalle \"Abdreher\" die relativ Grundlos kommen und dann unser ganzes Familienleben bombadieren.
Es frisst an unseren Kräften und der Kleine hat sich auch schon sein Bild gemacht. Wenn der Große seinen Willen nicht durchsetzen kann, kommt es auch schon mal vor das er droht aus dem Fenster zu springen (10 Jahre !). Zerreißt seine Sachen, drangsaliert stark körperlich seinen Bruder etc. etc.
Auf der anderen Seite (wenn er im Gleichgewicht ist) ist er lieb, rücksichtsvoll und hilfsbereit. Wir reden miteinander, er fragt und versucht Aufgaben zu erfüllen.
Aber die \"Anfälle\" kommen, unerwartet und sie lassen sich einfach nicht stoppen. Irgendetwas passt ihm dann nicht (man war nicht freundlich genug, er fühlt sich übervorteilt oder zurückgesetzt, er bekommt seinen Willen nicht...). Nicht nur bei uns zu Hause, auch in der Schule oder mit Freunden.
Immerwieder stehe ich in Kontakt mit der Schule um sein Fehlverhalten irgendwie zu besprechen und wieder ins Lot zu bekommen. Seine Freundschaften sind auch nicht berühmt, es gibt immer wieder wechselnde Kontakte die nicht von Dauer sind. Die Kinder beschwehren sich schnell das er immer "so cool" sein will, viel zu wild und zu laut wäre. Unseres Erachtens nach scheint er seine Kollegen oftmals stark zu überfordern. Stopp oder hör auf o.ä. hört der Große dann einfach nicht.
Ich hätte gerne Kontakt mit Eltern die ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben und evtl. schon ein Stückchen weiter sind. Sehr gerne auch von selbst betroffenen junge Erwachsenen die uns das \"Innenleben\" eines Jungen mit dieser Erkrankung erklären können.
Aber bitte, bitte keine pädagogisch wertvollen Kommentare von Nichtbetroffenen.
Ich bin gespannt auf Eure Antworten
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