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Nicole Ziegler
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Hochbegabung
 

Thread StarterNicky



PostRank 6



Mitglied seit 30.01.2007
Beiträge: 241

Verfasst am 03.01.2008, 11:42:27 Uhr


Hochbegabung charakterisiert im Allgemeinen eine umfassende, weit über dem Durchschnitt liegende intellektuelle Fähigkeit eines Menschen. Sie wird durch verschiedene Modelle unterschiedlich definiert. Die Ansätze reichen von sehr engen Fassungen, die Hochbegabung ausschließlich durch hohe Intelligenz definieren, zu weiter gefassten Definitionen, die zum Beispiel auch emotionale, künstlerische und sprachliche Anteile mit einbeziehen.

Nach den meisten anerkannten Modellen gelten etwa 2% aller Menschen als hochbegabt, allerdings werden viele nicht erkannt. Vielfach wird die Diagnose erst gestellt, nachdem soziale oder psychische Probleme aufgetreten sind

Hochbegabung bezeichnet man ein über dem Durchschnitt liegendes Maß an Intelligenz, folglich der Fähigkeit zum Erkennen von Zusammenhängen und zum Lösen von Problemen. Menschen gelten als hochbegabt, die in einem Intelligenztest einen IQ erreichen, der von höchstens zwei Prozent ihrer Mitmenschen erreicht oder übertroffen wird. Auf der in Deutschland verwendeten Skala wird dieser Grenzwert mit einem IQ-Wert von 130 bezeichnet.

Generell handelt es sich bei Intelligenz um ein primär veranlagtes und damit vererbtes Phänomen. Allerdings bedeutet eine hohe Intelligenz nicht zwingend, dass sich eine Hochbegabung ausbildet. Dazu spielt vor allem die direkte Umgebung, besonders während der Kindheit, eine wichtige Rolle.

Die wichtigsten Faktoren zur Herausbildung einer Hochbegabung sind zum einen das soziale Umfeld, insbesondere Familie, Freunde und Schule, sowie die persönlichen Eigenschaften Motivation, Kreativität und besondere intellektuelle Fähigkeiten, allgemein als Intelligenz bezeichnet. Erst wenn diese zusammentreffen, wird eine Hochbegabung wahrscheinlich. Konkret bedeutet dies, dass das soziale Umfeld anregend und ermutigend auf das Kind wirken muss, auch Förderung und Unterstützung sind wichtig. Gleichermaßen muss auch das Kind den Willen haben, sein Potential auszuschöpfen und konsequent darin sein.

Manche Hochbegabte werden als Kind erkannt, wenn ihren Eltern oder anderen Kontaktpersonen, etwa Lehrern oder Erziehern, typische Besonderheiten auffallen, während viele erst durch auftretende Probleme darauf stoßen.
Eine ausführliche Diagnostik besteht bei Kindern aus der Interpretation des Verhaltens unter Berücksichtigung des sozialen Umfelds, der Analyse von außergewöhnlichen erbrachten Leistungen sowie des Intelligenztests. Im Anschluss wird eine differenzierte Diagnose erstellt, die als Grundlage für die eventuell folgende Förderung oder weitere Untersuchungen dient.

Es gibt verschiedene Anzeichen, die allgemein als Hinweis auf eine mögliche Hochbegabung gelten. Da es keinen fest definierten Katalog gibt, kann aus solchen Erscheinungen alleine keine sichere Diagnose erfolgen, die Indizien werden aber auch während einer professionellen Diagnose verwendet, um ein genaues Bild und Begabungsprofil zu erhalten. Weil die meisten Hochbegabten schon als Kinder entdeckt werden, beziehen sich die meisten Angaben auf Kinder und Jugendliche, können jedoch auch auf Erwachsene angewandt werden. Es treten in der Praxis nie alle Anzeichen zusammen auf, einige schließen sich sogar gegenseitig aus. Häufig genannte Anzeichen sind:

?Auffälligkeiten in Bezug auf Lernen und Denken

Hohes Detailwissen und sehr gutes Verständnis von Zusammenhängen
Ungewöhnlich ausgeprägter Wortschatz und sprachlicher Ausdruck
(Frühes) Interesse an Büchern, die weit über dem Altersniveau liegen
Bevorzugt selbstständige Arbeit, hohe Ziele

?Auffälligkeiten in Bezug auf Arbeitsverhalten und Interessen

Starke Vertiefung in bestimmte Probleme
Perfektionistische Ansprüche
Langeweile bis hin zu Arbeitsverweigerung bei Routineaufgaben

?Auffälligkeiten in Kindergarten und Schule

Ständige Langeweile aufgrund dauernder Unterforderung
Kein Interesse an altersgemäßen Beschäftigungen bzw. am Schulstoff der Jahrgangsstufe
Stören der anderen Kinder, um Aufmerksamkeit zu erlangen
Außenseiterposition, das Kind fühlt sich unverstanden
Gilt als Streber oder Besserwisser

?Auffälligkeiten für das soziale Umfeld

Kaum Interesse an alterstypischen Aktivitäten
Perfektionistisch und sehr kritisch in Bezug auf Leistungen
Bevorzugt verbale gegenüber körperlichen Auseinandersetzungen
Fühlt sich stark isoliert und allein
Intellektuell sehr weit entwickelt, emotional aber auf alterstypischem Niveau
Ständig kritisches Hinterfragen von Autoritäten
Wahl deutlich älterer Freunde
Sehr individualistisch
Tendenz, Situationen alleine bestimmen zu wollen

Hochbegabte haben die gleichen emotionalen und sozialen Bedürfnisse wie andere Menschen auch und durchlaufen als Kinder die gleichen Entwicklungsschritte wie Normalbegabte, allerdings im Vergleich deutlich schneller, was vor allem zu Missverständnissen und daraus möglicherweise resultierenden Problemen mit der sozialen Umgebung führen kann. Die Probleme, mit denen Hochbegabte konfrontiert werden können sind im Allgemeinen identisch zu denen, die Normalbegabte erleben, auch wenn einige bei Hochbegabten häufiger zu finden sind. Auch aus den möglichen Stärken der Hochbegabten können sich Probleme entwickeln, häufig aber nur, wenn bestimme Kombinationen vorliegen oder Förderung ausbleibt.
Man unterscheidet zwischen Problemen, die das Umfeld und solchen, die nur den Hochbegabten selbst betreffen.

Vorliegende Eigenschaft

?Schnelles und gutes Verständnis neuer Informationen
?Interesse am Lösen von Problemen
?Bedürfnis, alles zu organisieren
?großer Wortschatz
?über dem Alternisveau liegendes Vokabular
?verfügt über detaillierte Informationen zu verschiedensten Themen
?unrealistisch hohe Erwartungen an sich selbst und andere
?perfektionistisch

resultierende Schwierigkeiten

?Ungeduld mit anderen
?Infragestellen des Unterrichts
?Kein Interesse an Routineaufgaben
?Langeweile
?Unterforderung
?wirkt dominant
?unterdrückt andere
?kann leicht manipulieren
?wird von Gleichaltrigen nicht verstanden, dadurch Abgrenzung und Langeweile
?Inteloranz
?Neigung zu Depressionen

Vor allem hochbegabte Kinder werden von ihren Schulkameraden oft ausgeschlossen oder gemieden und somit zu Außenseitern. Dies führt häufig zu einem verringerten Selbstwertgefühl.

Wenn die Hochbegabung nicht erkannt wird oder eine angemessene Förderung ausbleibt, kommt es zu andauernder Unterforderung, hauptsächlich in der Schule. Vor allem jüngere Kinder können damit schlecht umgehen. Während Jugendliche und Erwachsene dazu neigen, ihre Langeweile entweder demonstrativ zu zeigen oder sich einer anderen Beschäftigung zu widmen, beginnen Kinder, vor allem Jungen, oft, den Unterricht zu stören, um Aufmerksamkeit zu erhalten, wodurch sie anderen negativ auffallen. Andere Kinder, hier vor allem Mädchen, versuchen sich ihrer Umgebung anzupassen, da sie die Schuld für ihre Lage bei sich selbst sehen.

Das wiederum führt dazu, dass sie absichtlich langsam arbeiten oder Fehler machen und somit weder als hochbegabt erkannt werden noch ihre Frustration nach außen tragen, die in der Folge häufig unbekannt bleibt. Eine fortlaufende Unterforderung und der daraus resultierende Mangel an Motivation kann auch zur kompletten Leistungsverweigerung führen.

Hochbegabung kann zusammen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung auftreten. Oft ist es jedoch so, dass sich die beiden Diagnosen durch sehr ähnliches Verhalten äußern, weshalb häufig angenommen wird, Hochbegabung trete regelmäßig zusammen mit ADHS auf. Dabei spielt auch eine Rolle, dass viele Eltern gerne die Unruhe ihres Kindes positiv erklären möchten oder Ärzte und Therapeuten vorzeitig Diagnosen stellen, um eine Lösung für Probleme zu bieten. Wenn bei einer tatsächlich vorliegenden Hochbegabung stattdessen ADHS diagnostiziert wird, hat dies oft die Folge, dass sich das Verhalten in Bezug auf Motivation, Arbeitshaltung und Konzentration durch weiterhin vorhandene Unterforderung verschlechtert.

Vor allem das Asperger-Syndrom, eine mildere Form des Autismus, tritt auch zusammen mit Hochbegabung auf. Oftmals können die Betroffenen, dank ihrer hohen Intelligenz, ihre Schwächen relativ erfolgreich kompensieren, so dass das Syndrom häufig unerkannt bleibt. Andererseits werden viele Menschen mit Asperger-Syndrom voreingenommen als geistig behindert oder dumm eingestuft, so dass weder eine Untersuchung in Richtung der Hochbegabung noch Förderung erfolgt, die es ihnen ermöglichen würde, ihr Potential zu nutzen.

Es gibt viele Ansätze, Hochbegabte zu fördern und es ihnen zu ermöglichen, ihr Leistungsvermögen zu entfalten. Neben individueller Förderung durch die Eltern, die häufig unbewusst automatisch stattfindet, gibt es spezialisierte Schulen, Verbände und andere Einrichtungen, die mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Hintergründen Hochbegabtenförderung betreiben. Die meisten Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche.

Fördermöglichkeiten

?Vorzeitige Einschulung
?Überspringen von Jahrgangsstufen
?Flexible Eingangsstufe
?Teilweiser Unterricht in höheren Klassen
?Individuelle Aufgabenstellungen
?Arbeitsgemeinschaften
?Zusätzliche Kurse
?Teilnahme an Wettbewerben
?Kooperation mit Universitäten
?Intensivkurse
?Verkürzung der Schulzeit
?Spezialschulen oder Spezialklassen






Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)




editiert am: 03.01.2008, 13:14:00 Uhr von: Nicky
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