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Nicole Ziegler
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Mein Stiefsohn...Fühlen uns sehr allein gelassen
 

Thread StarterGast

Verfasst am 03.06.2011, 00:52:56 Uhr


Hallo!


Ich schreibe hier, weil ich wirklich verzweifelt bin und absolut nicht weiter weiß.

Wir sind eine herzlich liebe und in bißchen verrückte Patchworkfamilie. Ich wage zu behaupten, das wir durchweg gut erzogene und freundliche Kinder haben. Kurzfassung: Ich habe einen Sohn (10), mein Mann einen Sohn (9) und eine Tochter (11) und gemeinsam haben wir ein Mädel (2). Außerdem habe ich noch ein Tageskind (Mädchen, 8 Jahre)

Unser Problemkind ist ein neunjähriger Junge. Ich kenne ihn leider erst seit seinem sechsten Lebensjahr, daher weiß ich aus den Jahren davor leider nur das, was Papa, Mama und die Omas mir erzählten.
Er muß schon als Baby sehr unzufrieden gewesen sein. Schrie viel, ließ sich kaum beruhigen. Sehr auf Mama fixiert. (Soll extrem gewesen sein)

Kindergartenalter: Da gab es richtig Probleme. Er störte ständig den Tagesablauf, versteckte sich, lief weg, machte nie mit, war frech und sowohl aggessiv als auch brutal den anderen Kindern und Erziehern gegenüber. Man drohte sogar mit \"Rauswurf\"!!!

Die Mutter bekam Erziehungshilfe des Jugendamtes und den Rat, den Jungen im SPZ vorzustellen.

Diagnose: Taktile Wahrnehmungsstörung und Störung der sensorischen Integration. Ferner wurde ein respektloses und verletzendes Verhalten der Mutter gegenüber bemerkt. Der Junge war prinzipiell \"dagegen\", sprach nicht mit der Psychologin und verweigerte sämtliche Mitarbeit. Verordnet wurde Ergotherapie. Die wurde wegen seines Blockierens jedoch nach der zweiten Stunde nicht mehr durchgeführt.

Kurz danach, Nervenzusammenbruch der Mutter. Der Junge zog also zu seinem Papa und mir.

Er hatte massive Defizite. Mit 6 Jahren noch nicht sauber, weder in der Lage mit Besteck zu essen, noch Schuhe zubinden. Er konnte keine Duploklötze zusammenstecken oder sich alleine anziehen. Sein Verhalten war immer noch sehr aggressiv, laut und zerstörerisch. Habe mit ihm gemeinsam Regeln auf von ihm gemalten Bildern erstellt (Wir brauchten Monate, bis er begriff, wie man einen Stift auch nur ansatzweise richtig hält), haben ihm Konsequenzen gezeigt und alles in allem liebevolle, aber feste Grenzen gesetzt.

Im Spiel sehr laut, baut Autoketten, kreischt den ganzen Tag \"Tatütata\", niemand darf ihn dabei stören, bei Gesellschaftsspielen sehr fair und clever, beim freiem Spiel mit anderen gibt es immer Ärger, beim Spiel mit Papa sehr ausdauernd. Es darf nur niemand dazukommen. Das ist auch heute noch so.

Mit 7 Jahren wieder SPZ. Ergebnis: Mir gegenüber sehr zugewand, etwas offener in der Mitarbeit- jedoch Störung des Kurzzeitgedächtnisses (Wortkettenwiederholung komplett verkehrt).

Mittlerweile Schulkind. Prügelt sich ständig, zerstört Schuleigentum und eigene Schulsachen, boykottiert und sabotiert. Schulverweis droht im ersten Schuljahr schon.

Vorstellung beim Kinderpsychologen. Diagnose- \"lebhaftes Kind\".*???* Keine Behandlung. Zitat: Was wollen sie eigentlich hier?

Zweiter Psychologe: Die Frau gibt nach vier Terminen auf, da er komplett dichtmacht und sehr pampig zu ihr ist. Im Alltag geht es weiter mit Aggressivität, Zerstörung etc.

Dritter Psychologe. Bewegungstherapie...Erfolg nach 1,5 Jahren? Null! Immer noch aggressiv, Boykott ist seine Berufung. Als ein zweiter Junge mit in die Therapie genommen wurde, um sein Verhalten anderen Kids gegenüber zu erfahren, versuchte er, diesem den Arm zu brechen! Die Therapeutin wollte nach einem Jahr aufgeben!

Wir haben jedes Quartal ein Elterngespräch. Jedes (!) Mal habe ich auf ADHS und evtl auch Asperger angesprochen. Antwort: Man würde das gerne herauszögern, man wolle noch einmal abwarten etc....

Aktuell sieht es schlimmer aus denn je. Er hält sich an keine Regeln, diskutiert alles!!!, sabotiert in der Schule und zuhause, wir bekommen wöchentlich Anrufe oder Briefe aus der Schule, Eltern kommen her und beschweren sich (er hat versucht einen Hahn zu töten, ein Auto demoliert, Toiletten beschmutzt und beschädigt, geklaut).

Er provoziert am laufenden Band, versteht nichts! Wirklich! Er macht nur noch absolut unlogische Sachen, gefährdet sich und seine Geschwister, lügt...

Ich habe immer öfter das Gefühl, als sehe er sich als autarkes Wesen, das nur seinen eigenen Regeln zu folgen habe. Wir sind alle nur Statisten und haben nur zu agieren, um ihm zu Nutzen zu sein. Als lebe er in einer Seifenblase. Er bekommt oft gar nichts mehr mit.

Wir haben ja nun wirklich nicht gerade wenige Kinder. Ich bekomme oft zu hören, wie charmant meine Kinder doch seien, wie höflich, wie lieb und freundlich. Ganz normale Kinder also. In der Schule höre ich auch nur Gutes. Alle kennen die Familienregeln und halten sich daran. (Das sind alles normale Standardregeln. Man sitzt solange am Tisch, bis alle fertig sind, lassen uns ausreden, erst Hausaufgaben, dann Verabredungen)

Nur mit dem Jungen gibt es ständig Ärger. Mein Mann und ich gehen auf dem Zahnfleisch. Strafen (Stubenarrest und sowas) bringen überhaupt nichts. Dann sitzt er aphatisch in seinem Zimmer und tut nichts! Wirklich nichts!

Der Ärger beginnt schon morgens, geht in der Schule weiter und hält an, bis er schläft. Nachts wandelt er im Schlaf.


Letztes Jahr hatte ich schon einen Zusammenbruch und soll Beruhigungsmittel nehmen. Hallo? Das kann es doch nicht sein!

Was machen wir falsch? Wer kann uns helfen? Warum fühlt man sich von SPZ (die eh nur eine Art Tüv genacht haben) und Psychologen so allein gelassen?




Ui, ist ja doch sehr sehr lang geworden. Mußte mal raus, denke ich. Sorry an Euch. Vielleicht kann ja jemand helfen. Ich wäre Euch unednlich dankbar!

Liebe Grüße

nicht registriert

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1. Antwort auf: Mein Stiefsohn...Fühlen uns sehr allein gelassen
 

liebrehlein



PostRank 1



Mitglied seit 03.06.2011
Beiträge: 1

Verfasst am 03.06.2011, 15:51:24 Uhr


hallo Liebe Unbekannte...
Wa ich da von Euch gelesen habe, ist ja furchtbar...Nein, so geht das nicht weiter...Und die Ärzte und Psychologen...Tja...das sind zum Tei aus meiner persönlichen Erfahrung alles Stümper. Ich selbst habe einen Sohn (/) Jahre, der einiger der Symtome aufweist, wie Euer Junge...und mir ging und geht es tatsächlich leider oft nicht anders.Er hat schweres ADHS, sowie eine Sensomotorische Störung in der Selbst und Fremdwahrnehmung, wahrscheinlich noch Tuorette...steht aber noch aus. Mit hat fast keiner geholfen, Jahrelang. Ich ear bei verschiedensten Kinderärzten, bei Psychologen, im SPZ, bei Therapeuten und auch zuletzt bei Jugendamt. Meine Ehe ging kaputt...nicht wegen meines Sohnes, aber, weil die Belastung Tag für Tag so verdammt hoch war, daß es nur Streit gab und wir nie an einem Strang zogen.
Mein Sohn hat das alles hinter sich. Ist auf andere Kinder im Streit los, dat Platzwunden zugefügt, hat Tiere gequält und getötet...redet oft Sinnloses zusammenhangloses Zeug, kann nicht ruhig spielen, ist immer laut, kann sich kaum an Regeln halten und wird manchmal richtig jähzornig und böse, wenn er nicht Seinen Willen bekommt. Ich wohne mit meinen Kindern nun im Westerwald. Ich habe einen neuen lieben Lebensgefährten und Wir wohnen auf dem Lande in einem Geräumigen Großen Haus, er hat hier sein eigenes großes Reich und es fehlt ihm wirklich an nichts. Strafen bringen in dem Falle wirklich gar nichts, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Er versteht dann meist gar nicht...warum...weil er sein eigenes Verhalten ja gar nicht als fehler erkennt und Einsieht. Er versteht dann keinen Zusammenhang. Einige Zeit brachte bei Uns das ADDApt Programm etwas..auber nicht lange. Mitlerweile bin ich bei einem sehr guten Kinderarzt der spezialisiert ist auf Kinderauffälligkeiten. Das Obige wurde bereits Diagnostiziert anhand eingehenster Tests und Untersuchungen. Aber er sagt...da verbirgt sich noch einiges mehr hinter...und es braucht Zeit, rauszufinden, was er hat und warum er so ist, wie er ist. Es kann sogar sein, daß er in der Schwangerschaft während der Geburt mit Sauerstoff unterversorgt war oder als Baby mal einen unentdeckten Krampfanfall gehabt hat, der bleibende Schäden im Hirn verrichtet hat. Es gint da hunderte Mögliche Dinge, die heute schwer Nachzuweisen sind. Er fragte mich auch...haben Sie ihr Kind als Baby mal geschüttelt oder geschlagen???? Nein...hatte ich nicht, auch, wenn es wohl keine seltenheit ist. Als Baby war meiner nämlich das pflegeleichteste und ruhigste Kind überhaupt. Nur hat er für alles sehr sehr lange gebraucht. Er hat motorik-Schwierigkeiten. Er kann auch keinen Stift halten oder sich wie andere Kids in Seinem alter die Schuhe zubinden...da hängt er hinterher. Allerdings ist er klug und pfiffig in Punkto Zahlen, Rechnen und Erdkunde. Da ist er schon auf dem Stand eines 2 Klässlers...er geht aber noch nicht in die Schule, erst nach den Sommerferien. Er bekommt nun Medikamente...die nix bringen. Zuerst Amphitame, jetzt Ritalin...davon wird alles aber nur noch schlimmer. Der Doc sagt aber, es wird sich noch etwas passendes für ihn finden. Der Kölner Dom wurde ja schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Ich bräuchte Geduld und Weiterhin Verständnis. Und müsse mir immer und immer wieder vor Augen halten, daß er kein böser oder schlechter Mensch sei. Für all das, was er macht, könne er nichts. Er könne das nicht Steuern. Er hätte nun mal eine Störung und erkrankung. Und das, was er wirklich braucht, ist ein gefestigtes Umfeld, was ihm das Gefühl gibt, geliebt zu werden, trotz allem. Ich weiß, es ist verdammt schwer. An manchen Tagen bin ich am überlegen, ihm zu seinem Vater zu geben. Weil ich nicht mehr kann. Meine Tochte 3 leidet auch unter Leons Verhalten. Manchmal hat sie Angst vor ihm und ich auch Angst um sie.Leon stand sogar einmal mit einem Messer vor mir und sagte...Du böse Mama ich stech Dich ab. Da wurd mir mehr als anders...das kann und werde ich auch nie vergessen. Wir warten jetzt einfach ab. Wie sich die nächste Zeit weiter ergibt mit Schule, Verhalten etc. Der Arzt riet mir, mich mit ihm für mehrere Wochen in eienr Kinderpsychiartrie unterbringen zu lassen(in Bonn die machen sowas)...wo man dann wie in einem Mutter Kind Heim mit dem Kind in einer kleinen gemeinsamen Wohnung lebt und von morgens bis Abends beobachtet wird von Psychologen und Ärzten, es werden Untersuchungen gemacht und Tipps gegeben, wie man was in Alltagssituatuionen besser machen kann in puncto Erziehung. Das bezahlt die Krankenkasse. In schlimmsten Fällen, wenn das Kind nur noch eine Gefahr für sich selbst und anderen darstellen würde, bliebe nichts anderes übrig, als die Kinderpsychiartrie. Das wäre aber nur sehr selten der Fall, denn es gäbe für jedes Problem immer irgendeine passende Lösung. Man müsse nur gründlich genug suchen und sich damit beschäftigen. Der Arzt ist sehr sehr nett und hat zu Leon einen guten Zugang, was die wenigsten Ärzte und Pädagogoen im Vorfeld bei ihm schafften. Meiner hat genauso wie Deiner dann Dicht gemacht.
Ich würde Dich am liebsten jetzt mal in den Arm Nehmen und ne Runde mit dir heulen. Mir ist nämlich gard danach...Aber zuall dem Unglück dürfen wir nie vergessen daran zu denken, wie schlecht es vielleicht und wahrscheinlich dem betroffenen Kind geht, was merkt, das anders ist. Das ständig nur schimpfe und Tadel sowie Ablehnung erfährt. Was sieht, wie gut andere mit Euch urechtkommen, nur er nicht. De weiß, mit ihm stimmt was nicht, er es vielleicht ändern möchte, es aber aufgrund irgendwelcher Fehlfunktionen in Gehirn nicht schafft. Ich schaffe es oft, mich in meinen Sohn reinzuversetzen. In diesen Momenten komme ich an ihn ran und er merkt, daß ich ihm verstehe und trotz alledem liebe, so, wie er ist. Es ist schwer....und sobald das Kind merkt, es wird weniger geliebt als die anderen und er kann aufgrund manch ganz schlechter Tage gar nichts mehr richtig machen...man erwartet nur noch schlechtes von ihm...macht er dieses dann auch so.
Ich kann Dir nicht den Rat geben, nicht aufzugeben. Ich weiß, wie schwer es ist. Auch mein Lebensgefährte tut sich sehr schwer, meinen Sohn zu akzeptieren, wie er ist. Er sagt aber auch, selbst, wenn er sein eigen Fleisch und Blut wäre, würde er damit kaum zurecht kommen...es ist halt eine sehr schwere Situation im Leben...und das Verständnis dafür immer aufzubringen, wäre übermenschlich! Selbst ich als leibliche Mutter bin oft mit meinen Nerven Fertig. Einen Trost aber gibt es. Es liegt nicht an falscher Erziehung oder den Eltern, sondern es ist eine Fehlleitung und Störung des Gehirns...
Ich hoffe, ihr findet einen kompetenten und anständigen Arzt, der Euch so Beraten und weiterhelfen kann, wie der Unsere...Aber selbst der kompetenteste Doc ist kein Gott und weiß manchmal nicht weiter. ... noch eine Lösung wäre es, den Jungen in der Kinder und Jungendpsychologischen Abteilung einer UNI-Klinik vorzustellen. Mehrere Ärzte untersuchen ihn dort und fällen dann gemeinsam ein Urteil. Aber ob das immer so richtig ist...dort würde er auch nur anhand von Büchern, Studien und Listen beurteilt...und behandelt, wie ein Stück Vieh...das ist alles super unpersönlich und kalt. Mit Leon habe ich das nach kürzester Zeit abgebrochen.
Ich wünsch Dir Kraft und Mut...denn die werdet Ihr alle brauchen...so, wie Wir!
Und ich hoffe und Wünsche Euch alles alles Gute...daß Ihr einen Weg findet, Hilfe zu bekommen. Ihr habt es noch ein Stück schwerer als Wir...mit den Auffälligkeiten Eures Jungen. Ich denke an Euch zurück..vielleicht lesen Wir Uns wieder, ich würde mich freuen!






liebrehlein


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2. Antwort auf: Mein Stiefsohn...Fühlen uns sehr allein gelassen
 

Nicky



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Mitglied seit 30.01.2007
Beiträge: 241

Verfasst am 07.06.2011, 14:25:47 Uhr


Hallo

Als ich deinen Beitrag laß, musste ich an die ersten Jahre meines Juniors denken und bekam gleich Gänsehaut.

Dies ist ein langer Weg gewesen, ohne dass ihr richtige Hilfe bekommen habt.

Meine ersten Punkte waren gleich bei dir, adhs und Asperger.
Jedoch, wenn ihr schon soviel durchgemacht habt und diese ständigen Wechsel der Psychologen sind eindeutig nicht gerade optimal.
Da kann ich sogar etwas den Jungen verstehen, immer wieder die gleiche "Leier" und doch wird nicht geholfen.

Ich weiß nicht, wie du das alles schaffst, ich selbst verzweifle schon an meinen 3 Kindern, wo mein 10jähriger unsere Familie schafft.
Erst gestern sagte mein Mann, normale Eltern freuen sich aufs Wochenende und wir haben jedesmal angst davor, wenn alle drei zu Hause sind, weil wir wissen, dass absolut keine Ruhe herrschen wird.

Ich selbst bin mit meinen Nerven auch am Ende, hab keine Kraft mehr. <seit 5 Jahren ist er in Behandlung, wir haben alle Hilfsmaßnahmen, die es gab angenommen und von Jahr zu Jahr wird es schlimmer.
Immer die Angst, was wird in 3 oder 4 Jahren sein, wenn er in die Pupertät kommt?
Kommen wir dann gar nicht mehr klar?

Es ist nicht leicht, wir lieben unsere Kinder und trotzdem schaffen wir es nicht.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich gute und viel Kraft und natürlich die richtige proffessionelle Hilfe, wo nicht nur ihm, sondern auch euch Angehörigen geholfen wird.

LG Nicky






Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)


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