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Nicole Ziegler
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Therapiemaßnahmen
 

Thread StarterTony1285



PostRank 2



Mitglied seit 23.11.2007
Beiträge: 54

Verfasst am 03.01.2008, 08:42:13 Uhr


Neben der medikamentösen Behandlung sind häufig zusätzliche Maßnahmen und Therapien nötig, bzw. meist erst durch Medikamente durchführbar.

?unter allen Umständen Aufklärung und Information über das ADS in Familie und Schule (Abbau von Schuldgefühlen)
?Beratung des Kindes sowie der Familie, Festlegen von Strukturen, festen Grenzen etc., für Jugendliche und Erwachsene eigentliches Coaching des Tagesablaufes

?Verhaltenstherapie/ Psychotherapie:
-Vermittlung von Lernstrategien
-Selbstinstruktionsprogramme, Aufmerksamkeitstraining
-familiäres und soziales Interaktionstraining
-Aufbau des Selbstwertgefühls
-Gruppentherapie

?Funktionelle Therapie:
-Psychomotorik
-Sensorische Integrationstherapie

?Sonderpädagogische Maßnahmen:
-Einschulung in Kleinklassen (Diagnoseförderklassen), Förderschulen
-Wiederholung einer Klasse bei drohender Überforderung
-Förder-, Stütz- oder Zusatzunterricht

Moderator

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1. Antwort auf: Therapiemaßnahmen
 

Nicky



PostRank 6



Mitglied seit 30.01.2007
Beiträge: 241

Verfasst am 03.01.2008, 14:17:07 Uhr


Hallo Tony

im Grunde hast Du ja Recht damit, dass dies alles durchgeführt werden soll.
Aber leider sieht die Realität nicht so aus.
Mir hat zwar die Kipsy einiges über ADS erzählt, aber das meiste hab ich mir selber belesen.
Und Schuldgefühle hat sie mir ganz bestimmt nicht genommen, ganz im Gegenteil, meist war ich doch die böse Mutter.

Eine Verhaltenstherapie zu bekommen, ist hier in unserer Gegend fast unmöglich. Ich bekomme für Sandy keinerlei Therapien, da er angeblich therapieresident ist.
Gruppentherapie, welche von der Ergo empfohlen wurde, haben wir auch nicht bekommen.
Eigentlich standen wir bisher fast immer alleine da. Die Ergotherapie war ja für ihn ganz gut, ich war ja auch dabei und konnte dadurch vieles lernen, aber was man so von anderen hört, da läuft dies viel besser ab.

Und zu den Sonderpädagogischen Maßnahmen, weißt du ja, wie lange wir warten mussten, bevor etwas passiert.
Eine Einschulung in eine Förderschule würde ich nur im äußersten Notfall sehen, gerade wie bei uns. Ich wollte es ja auch erst nicht, aber es wird wohl das Beste für ihn sein, da Zusatzunterricht oder Schulintegration nicht genügen.

Ich finde es schade, dass hier noch viel zu wenig getan wird und man regelrecht betteln muss, dass einem geholfen wird.

LG






Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)


Seiten Administrator

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2. Antwort auf: Therapiemaßnahmen
 

Heike



PostRank 2



Mitglied seit 18.12.2007
Beiträge: 36

Verfasst am 06.01.2008, 19:52:33 Uhr


Hallo ihr beiden.

Es ist ja schon schwer, einen guten Arzt zu finden, der sich mit ADS auskennt.
Ich hab das Gefühl, hier hängen die Ärzte da noch ziemlich weit hinterher. Auch Therapieplätze zu finden ist ganz schön schwierig. Hab mich mal umgehört für eine Verhaltenstherapie für meinen Sohn, ist hier fast unmöglich.

Viele Grüße Heike

registrierter User

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3. Antwort auf: Therapiemaßnahmen
 

Micha



PostRank 1



Mitglied seit 23.11.2007
Beiträge: 8

Verfasst am 10.01.2008, 17:07:32 Uhr


Hallo

Wir haben nun für unseren Sohn(5) die Diagnose ADHS erhalten.
Er soll jetzt erstmal Ergotherapie erhalten und wenn diese nicht so anspricht, soll er Medikamente bekommen.
Das mit der Ergotherapie verstehe ich ja, aber mit 5 Jahren schon Medikamente?
Davor hab ich dann doch etwas angst.
Was wenn die Nebenwirkungen so stark sind? Oder wenn, wie bei Nicky ihrem Sohn, die Medikamente nicht helfen?
Bei dem Erfahrungsbericht von Nicky ist mir schon ziemlich Angst geworden, Ihr Junge hat ja auch schon zeitig Probleme gehabt und war ein Außenseiter. Dann haben die Tabletten nicht geholfen.

Ich weiß nicht, was richtig ist, ich möchte, dass es ihm besser geht und aus dem Kita keine Klagen mehr kommen, anderseits macht der Kita die Tabletten schlecht. Wie soll dies funktionieren, wenn die dort keine Tabletten geben?

Ich bin so unsicher, nun haben wir zwar eine Diagnose, aber mehr auch nicht.
Wo kann ich denn noch Hilfe bekommen?
Wie finde ich raus, ob die Praxis etwas von ADS versteht?

Wäre dankbar über einige Antworten.

Viele Grüße Michaela

registrierter User

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4. Antwort auf: Therapiemaßnahmen
 

Nicky



PostRank 6



Mitglied seit 30.01.2007
Beiträge: 241

Verfasst am 10.01.2008, 22:06:25 Uhr


Hallo Michaela

Erstmal schön, dass ihr nun eine Diagnose habt und wißt, warum er so ist.
Ergotherapie für den Anfang ist auf jeden Fall schon mal gut. Meinem Sohn hat sie auf jeden Fall geholfen. Er hatte ca. ein dreiviertel Jahr Ergo und ich war meist mit dabei.
Leider bekommt er keine mehr, da er als Therapieresident beschrieben wird.

Was meinen Erfahrungsbericht betrifft Michaela, darf du dich nicht verrückt machen lassen.
Es ist doch nicht jedes Kind so wie meiner. Klar haben wir eine sehr harte und steinige Zeit hinter uns, aber auch diese haben wir überstanden.
Wir haben damals so zeitig mit den Medis angefangen, weil im Kita rein gar nichts mehr lief. Er war ja auch stationär zum eindosieren.

Ob Du deinem Sohn Medikamente gibst, die Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Ich will jetzt nicht sagen, du must, oder auf gar keinen Fall. Es liegt immer daran, wie sehr dein Sohn leidet.
Wir haben es uns damals auch nicht einfach gemacht und alles mögliche vorher probiert, aber wir hatten nun mal keine andere Wahl.
Und auch wenn wir keinen Erfolg mit den Medikamenten hatten, es sind Einzelfälle.

Zu deiner Frage, wo du noch Hilfe bekommen kannst.
Ja auf jeden Fall hier, es wird immer jemand da sein, wenn es dir schlecht geht und du jemanden zum schreiben brauchst.
Desweiteren empfehle ich dir dringend eine Selbsthilfegruppe. Ich hab mich damals viel besser gefühlt, als ich eine gefunden habe, wußte, ich bin nicht allein mit den Problemen, alles sind Gleichgesinnte.
Dann kannst Du dich noch an eine Erziehungsberatungsstelle wenden und an das Jugendamt.

Und zu der Praxis und wie du erfährst, ob Sie Ahnung haben von ADS, frage doch einfach mal in deiner Umgebung nach oder bei einer SHG, da sind so viele Betroffene, die wissen, welche Praxen gut sind und wo man lieber die Finger davon lassen sollte.

So Michaela, wenn Du noch Fragen hast, kein Problem. Geb mir Mühe, dir zu helfen.

LG und ganz viel Kraft






Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)


Seiten Administrator

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5. Antwort auf: Therapiemaßnahmen
 

Micha



PostRank 1



Mitglied seit 23.11.2007
Beiträge: 8

Verfasst am 11.01.2008, 10:00:18 Uhr


Hallo Nicky

Du hast recht, ich sollte nicht gleich vom schlimmsten ausgehen. Mich hat es nur erschreckt, wie ihr es bis hierher geschafft habt, ohne richtige Hilfe.

Muss mal schauen, ob es hier eine geeignete Selbsthilfegruppe gibt und wann die sich immer treffen. Muss ja jemand für die Kinder da sein.
Vielleicht können die mir dann auch sagen, welche Praxis hier gut ist.

Mit den Medikamenten möchte ich erstmal noch warten, bisher geht es ja noch im Kita, zumindest ist es nicht so schlimm wie bei euch damals.
Wenn er dann in die Schule kommt, sieht es vielleicht anders aus, aber da haben wir ja noch etwas Zeit.

Viele Grüße Michaela

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6. Antwort auf: Therapiemaßnahmen
 

diplomatin



PostRank 1



Mitglied seit 19.02.2008
Beiträge: 3

Verfasst am 19.02.2008, 08:43:42 Uhr


HALLO, allerseits,
bin ganz neu hier auf der Seite aber nicht im Thema (ADS wurde bei meinem Sohn vor über 3 Jahren diagnostiziert).
Es gab Zeiten, zu denen Concerta, damals 18mg, bei ihm ganz toll geholfen hatte. Also ich kann das nur empfehlen.
Leider haben wir nach unserem Umzug nach Berlin noch niemanden (GUTES!) gefunden, der uns mit seinem ADS weiterhelfen könnte, weder therapeutisch noch medikamentös, was natürlich ziemlich hart ist. Mein Sohn ist also komplett unbehandelt und ich völlig ohne Hilfe.
Schlechte Erfahrungen haben wir hingegen schon sammeln "dürfen", und zwar mit den folgenden Kinderpsychiatern:
Felicitas Fritze
Michael Elpers.
Des weiteren mit der Klinik am schönen Moos in Bad Saulgau, von den 3 Adressen kann ich persönlich nur abraten.
Hat jemand vielleicht eine gute Empfehlung??? Wir wohnen im Südosten Berlins, in Baumschulenweg (Treptow), und haben kein Auto, will heissen, daß manche Behandler schlichtweg unerreichbar sind, zumindest für regelmäßige Therapietermine.
Strattera würde mich auch sehr interessieren, hat da noch jemand etwas zu beizutragen?
Liebe Grüße an alle und Mut und Geduld und Kraft,
Coco.






Life is what you make it.


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7. Antwort auf: Therapiemaßnahmen
 

Kerstin



PostRank 1



Mitglied seit 29.02.2008
Beiträge: 5

Verfasst am 29.02.2008, 19:15:19 Uhr


Hallo Micha

Ich antworte zwar spät, aber vielleicht kann ich dir trotzdem weiterhelfen. Es ist ganz normal, dass man erst einmal mit gemischten Gefühlen dasteht. War bei uns nicht anders. Einerseits ist man erleichtert, endlich zu wissen gegen was man ankämpfen muss, aber anderseits hat man natürlich Angst Medikamente zu geben. Wichtig ist für euch, dass ihr euch mit dem ganzen auseinandersetzt. D.h. redet offen mit eurem Kind darüber und erklärt ihm Kindgerecht, was in ihm vorgeht. Er merkt, dass er anders ist als andere und das gefällt ihm nicht immer. Am besten findet ihr heraus, was er besonders gut kann und erklärt ihm, dass er zwar manche Dinge die andere Kinder können nicht so gut hinbekommt, aber dafür hat er andere Qualitäten.

Was die Wahl eines guten Arztes ist, hat man es wirklich nicht leicht. Wir haben zuerst einen Pfuscher gehabt, der unseren Sohn noch mehr krank gemacht hat. Er hat ihn zu hoch dosiert und war uns nicht wirklich eine Hilfe. Was ich wichtig finde, ist dass man einen Kinderpsychiater findet. Er darf, anders als ein Psychologe, Medikamente verschreiben, wenn sie benötigt werden. Außerdem hat das Kind einen Vertrauten, mit dem er über alles reden kann. Das ist wichtig, wenn er später in der Schule ist. Er wird nicht über alles mit euch Eltern reden, das ist normal. Unser Sohn ist jetzt 12 und wir haben soweit alles im Griff.

Über die Medikamente braucht ihr euch keine Sorgen zu machen. Euer Sohn braucht Hilfe und leider geht es nicht immer ohne die Medikamente. Weißt du, mir hat es geholfen als wir in der Kinderklinik waren, da wurde er eingestellt, also wir waren dort um uns beraten zu lassen und die Ärztin hat uns das so erklärt: es gibt zwei Hafen und ein Schiff bringt Waren von einem Hafen zum anderen (in dem Fall werden die Botenstoffe transportiert). Weil das Schiff aber zu klein ist, verliert es unterwegs die Ladung (Botenstoffe gehen verloren) wenn das Schiff auf der anderen Seite ankommt, hat es nur noch ganz wenig oder überhaupt keine Ware mehr (die Informationen kommen nicht an). Das Medikament sorgt nun dafür, dass die Ladung nicht verloren geht, das Schiff wird vergrößert. Das machte mir das ganze verständlicher, und auch unserem Sohn.

Ich würde dir Empfehlen, zumindest schon eine Ergotherapie anzufangen, weil es eventuell noch andere Probleme mit sich bringen kann. Es gibt Kinder die außerdem noch an Fein und Grob Motorikprobleme leiden, d.h. die Motorik ist nicht altersgerecht. Andere haben Extreme Probleme sich auf etwas zu konzentrieren. Das ist unterschiedlich, aber in der Ergo wird das dann erkannt und kann behandelt werden.

Egal wie ihr euch entscheidet, wir wünschen euch alles Gute und viel Kraft.

Kerstin und Familie

registrierter User

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