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Nicole Ziegler
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Therapien bei Erwachsenen mit ADS/ADHS
 

Thread StarterNicky



PostRank 6



Mitglied seit 30.01.2007
Beiträge: 241

Verfasst am 17.12.2007, 12:55:28 Uhr



Bei den meisten Erwachsenen mit einer ausgeprägten Aufmerksamkeitsdefizit-
/Hyperaktivitätsstörung ist eine kombinierte medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung erforderlich. Stimulanzien, für die mehrere Placebo-Kontrollierte Doppelblindstudien bei Erwachsenen vorliegen, sind wie im Kindesalter Mittel der ersten Wahl im Rahmen der Pharmakotherapie. Bei begleitenden psychiatrischen Störungen ist der Einsatz von modernen Antidepressiva sinnvoll. Bei der Psychotherapie stehen Förderung der Selbstkognition und Selbststrukturierung im Vordergrund einer verhaltenstherapeutischen Behandlung.

Die Therapie der ADS/ADHS im Erwachsenenalter beruht aus einem anderen Zugang zum Patienten als im Kindesalter; der Wille zur Therapie muss vom Betroffenen selbst ausgehen. Viele Erwachsene werden erst durch die Reaktionen der Umgebung auf das Ausmaß ihrer
Störung aufmerksam, die Probleme am Arbeitsplatz oder in der Familie werden meist anderen Ursachen zugeordnet.
Ihr Fehlverhalten stellt sich deshalb aus der Wahrnehmung der Betroffenen nur als eine Antwort auf ungünstige Umstände dar. Der Therapiebeginn sollte wegen der oft
vorhandenen Selbstwertproblematik immer begleitet sein von einer eingehenden
Aufklärung des Patienten über sein Krankheitsbild sowie von psychotherapeutischen Maßnahmen.
Meist ist eine zusätzliche medikamentöse Behandlung notwendig.

Aufklärung
Die Aufklärung über die Art der Erkrankung ist bei Eltern von betroffenen Kindern durchaus einfacher. Oft kommen Eltern schon mit dem Wunsch nach entsprechender Behandlung zum Arzt, weil sie bei sich Parallelen zum Verhalten ihres Kindes entdeckt haben und erleben konnten, wie eine Therapie die Lebensqualität des Kindes verbessert hat.
Schwieriger gestalten sich Aufklärung und Behandlung von Erwachsenen, die wegen begleitender Störungen wie Depressionen oder ausgeprägten Schlafstörungen die Sprechstunde aufsuchen und erstmals mit ADHS konfrontiert werden.

Einige der betroffenen Erwachsenen akzeptieren nach der Diagnosestellung trotz intensiver Aufklärung zunächst keine medikamentöse Therapie für sich. Erst wenn Sie die Begrenzung der Veränderung ihrer Symptomatik im Rahmen einer Psychotherapie
besser beurteilen können, stehen sie später einer zusätzlichen Medikation positiv gegenüber.

Medikamentöse Behandlung

Stimulanzien
Wie bei Kindern und Jugendlichen ist auch im Erwachsenenalter die Behandlung mit Stimulanzien die Therapie der ersten Wahl. Im Gegensatz zur Medikation im Kindesalter ist die Auswahl des geeigneten Mittels schwieriger und die Einstellung auf eine individuell
erforderliche Dosis problematischer. Außerdem ist das Ansprechen auf die Therapie überwiegend nicht so dramatisch wie im Kindesalter, in manchen Fällen zeigt sich der Erfolg der medikamentösen Therapie erst nach Monaten.

Es ist wichtig, mit niedrigen Dosen, z.B. 5 mg Methylphenidat morgens über drei bis vier Tage, zu beginnen. Im Erwachsenenalter kann eine Dosis von 3x5 mg täglich häufig genügen.
Erst wenn sich nach zwei bis drei Wochen zeigt, dass diese Dosis nicht ausreichend ist, kann eine weitere vorsichtige Anhebung der Dosierung erfolgen.
Nebenwirkungen der Stimulanzien
Die Nebenwirkungen der Stimulanzien sind gering. Typisch sind Appetitminderung, Schlafstörung, gelegentlich Magenschmerzen, Kopfschmerzen.
Bisweilen bringt eine geringfügige Dosisreduktion diese Symptome zum Verschwinden, manchmal muss das Medikament abgesetzt werden.






Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)


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