Verfasst am 06.01.2007, 22:24:56 Uhr

Ein ADHS Kind im Unterricht zu haben, ist sich nicht einfach, aber mit einiger Unterstützung ist dies zu bewältigen.
Für eine erfolgreiche Therapie ist die Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern und Therapeuten eine wichtige Voraussetzung.
ADS bzw. ADHS Kinder benötigen einen sehr strukturierten und abwechslungsreichen Unterricht.
Setzen Sie ein ADHS Kind möglichst weit nach vorne, so dass Sie es immer im Blickfeld haben. Außerdem sind so die Ablenkungsmöglichkeiten geringer, da Sie schneller bei dem Kind sind.
Wenn möglich sollte auch kein unruhiges Kind daneben sitzen.
Mit Blickkontakt und persönlicher Ansprache erreichen Sie optimale Aufmerksamkeitslenkung, vor allen Dingen, wenn Sie sich immer wieder selbst durch den Klassenraum bewegen.
Motivieren sie durch Lob und Belohnung.
Das ADHS Kind muss merken, dass er mit seinen Problemen dem Lehrer nicht gleichgültig ist, dass der Lehrer bereit ist, sich für ihn zu engagieren.
ADHS Kinder reagieren sehr sensibel, sie spüren sofort, ob sie jemand mag und ob ihnen jemand gewachsen ist. 
Das ADHS Kind hat sehr unter seinen eigenen Stimmungs- und Leistungsschwankungen zu leiden.
Es bringt nichts, dem Kind immer wieder auf seine Defizite hinzuweisen, wichtiger ist die Verstärkung der Anstrengungsbereitschaft.
Es stört und zappelt nicht mit Absicht, die Überaktivität ist häufig eine gewisse Plan- und Ziellosigkeit in der Bewegung und in der Aktionsplanung, es kann sich nur schwer steuern.
Mit Zureden erreichen Sie bei einem ADHS- Kind nichts. Kritisieren an Kleinigkeiten, wie ?nun setz Dich doch mal ordentlich hin?, provoziert es nur.
Die meisten ADHS Kinder haben bei schnellem Schreiben und hoher Schreibbelastung eine schlechte Schrift. Die Kinder brauchen sehr viel Kraft für den reinen Schreibprozess. Daher machen sie viele Fehler.
Hier ist wichtig, dass Sie die Anstrengungsbereitschaft der Kinder verstärken und nicht das entsprechende Ergebnis.
Stellen Sie das ADHS Kind nicht bloß!
Viele Kinder mit ADHS haben zusätzlich Teilleistungsschwächen im visuellen, auditiven, sowie im taktilen Bereich. Alle ADHS- Kinder haben aber irgendwelche Bereiche, die sie besonders interessieren, in denen sie dann präzises und überdurchschnittliches Detailwissen entwickeln.
Auch im feinmotorischen Koordinationsbereich haben ADHS- Kinder häufig Schwierigkeiten. So dauert das An- und Ausziehen beim Turnunterricht länger oder es erfolgt sehr schlampig.
Viele der Kinder können am Ende einer Stunde, wenn Tumult herrscht, die Hausaufgaben nicht mehr aufschreiben. Meist, weil sie es wirklich nicht mehr können.
Daher könnte es für den Lehrer der letzten Stunde hilfreich sein, die Hausaufgaben bereits am Anfang der Stunde im Hausaufgabenheft eintragen
zu lassen. 
Dies wäre auch für viele Mütter zu Hause im täglichen Kampf um die Hausaufgabe entlastend.
Anrufe bei den Eltern und Klagen über das Kind stressen nur, sie wissen um die Probleme, können aber an der Schulsituation nichts ändern.
Je strukturierter der Unterricht, desto besser für das ADHS- Kind.




Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)

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