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Nicole Ziegler
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Tipps für Lehrer - Wie gehe ich mit einem ADHS Kind um?
 

Thread StarterNicky



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Mitglied seit 30.01.2007
Beiträge: 241

Verfasst am 21.01.2008, 22:46:45 Uhr


·ADHS Kinder haben in der Regel einen ausgebildeten Gerechtigkeitssinn. Häufig ist es auch solchen Kindern wichtig aufgestellte Regeln zu überwachen, obwohl sie selbst häufig dagegen verstoßen.
Denken Sie bei Auseinandersetzungen daran, es hat nicht immer das ADHS Kind Schuld, auch wenn es danach aussieht, oft hat es nur versucht zu vermitteln.

·Auch wenn ADHS Kinder oft sehr vorlaut und angeberisch wirken, so sind sie in der Regel äußerst sensibel.

·Andere Kinder wissen genau, auf welchen Knopf sie drücken müssen, um ein solches Kind zum Explodieren zu bringen.

·Vermeiden Sie, dass andere Kinder es auslachen, bloßstellen, hänseln oder provozieren.

·Ein ADHS Kind kann sich nicht angebracht wehren. Meist wird es aggressiv und handelt ohne nachzudenken.

·ADHS Kinder sind in der Regel sehr phantasievoll.

·Sie neigen jedoch auch dazu, sich sprichwörtlich an bestimmten Dingen oder Themen festzubeißen. Sie blenden zuweilen alles andere aus und sind nur noch mit einem bestimmten Thema beschäftigt. Dies kann in schweren Fällen bis hin zum Realitätsverlust führen.

·Kinder mit ADHS können nicht toben.

·Gibt man ihnen Freiraum, nutzen sie diesen oft bis über die Grenzen hinaus aus.

·Motorische Ungeschicklichkeit machen Hilfestellungen notwendig. Modell Anziehen. Hier haben diese Kinder oft Probleme die Reihenfolge, die Vollständigkeit aber auch die Witterungsangepasstheit der Kleidung zu bedenken und entsprechend umzusetzen.

·Helfen Sie dabei, sich selbst zu helfen.

·Kommt es wirklich mal zu einer Situation, in der nichts mehr geht, was auch sehr wahrscheinlich ist, dann hilft oft nur eine räumliche Distanz zwischen sich und dem Kind zu schaffen.

·Eine Auszeit für beide Seiten. Sobald sich das Kind wieder beruhigt hat, wieder reinholen.

·Lob ist der Schlüssel zu ADHS Kindern, zum einen, weil sie eigentlich nur getadelt und ermahnt werden und deswegen regelrecht hungern nach guten und lieben Worten. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Lobens besteht darin, dass Lob gute und starke Gefühle hervorruft.

·Kinder mit ADHS reagieren extrem sensibel.

·Sie spüren sofort, ob jemand sie mag und ob ihnen jemand gewachsen ist.

·ADHS Kinder testen ihre Grenzen aus.

·Mit Zureden ist bei Kindern mit ADHS wenig zu erreichen, eher schon mit deutlichen und klar formulierten Aufträgen und dem Festhalten auf deren Erledigung.

·Verbale Attacken sind selten wirklich persönlich gemeint. Eher sind es ungesteuerte Unmutsäußerungen.

Wenn der Verdacht aufkommt, dass ein Kind aufmerksamkeitsgestört, hyperaktiv, oder hypoaktiv sein könnte, sind folgende Schritte sinnvoll:

·Differenzierte Beobachtung und Beschreibung des Verhaltens
oWann treten die Aufmerksamkeitsstörungen auf, zu welcher Tageszeit, an welchen Wochentagen, in welchen Unterrichtsfächern, bei welchen Unterrichtsformen oder Personen?

oAufzeichnung dieser Beobachtungen, um mögliche Veränderungen oder Verläufe zu dokumentieren

oGespräche mit Kollegen, um bereits vorliegende Informationen zu erhalten

·Kontakt zu Eltern, um herauszufinden, ob die Probleme des Kindes auch zu Hause auftreten oder sich auf die Schule beschränken

·Die Eltern fragen, ob sie eine Erklärung für das Verhalten des Kindes haben

·Achtung: Lehrer sollten sich nicht zu einer Diagnose hinreißen lassen, sondern bei einer Beschreibung der beobachteten Einzelheiten bleiben. Eine Diagnose erfordert stets eine umfassende Untersuchung. An wen sollen sich Eltern dann wenden, welche Hilfestellungen kann ich als Lehrer geben?

Wie gehe ich um, wenn ich ein ADHS Kind in der Klasse habe

·Machen Sie sich schlau!
oInformieren Sie sich!

·Halten Sie Kontakt!
oDer Kontakt zu Eltern und anderen mitbehandelnden Personen und Institutionen ist nicht nur für das Kind und seine Familie wichtig, sondern auch für Sie!
oDer Kontakt zu den Eltern sollte nicht vorwurfsvoll sein, sondern kooperativ gestaltet werden. In der Regel sind beide Parteien aufeinander angewiesen und verfolgen das gleiche Ziel. Hinzu kommt, dass Eltern ohnehin schon extrem belastet sind, denn das Kind wird sicher nicht nur in der Schule auffallen.

·Lassen Sie sich helfen!
oEin ADHS-Kind in der Klasse ist eine echte Herausforderung.
oBesprechen Sie mit den Eltern, den Ärzten und Therapeuten eine gemeinsame Therapie, bzw. ein gemeinsames Vorgehen, und lassen Sie sich Tipps geben.

·Schaffen Sie Literatur für die Schule an. Stellen Sie diese aber bitte nicht nur ins Regal.

Praktische Tipps im Unterricht

·Rituale
oEs ist eine Bauernweisheit, dass Rituale Kindern die Orientierung erleichtern. Dies trifft im besonderen Maße auf ADHS -Kinder zu.

·Strukturen
oKleinigkeiten können helfen, dass sich ADHS -Kinder besser zurechtfinden.
oHängen Sie eine Uhr mit Zeiger auf. ADHS-Kindern mangelt es am Zeitverständnis. Sie leben im Hier und Jetzt. Durch eine Uhr mit Zeiger, visualisieren Sie die Zeit.

·Zeit für Bewegung
oGift für alle ADHS -Kinder ist das lange ruhige Sitzen während des Unterrichts anstrengend. Planen Sie entsprechende Bewegungspausen oder Bewegungsaufgaben in Ihren Unterricht mit ein.
oVerteilen Sie Aufgaben wie Tafelputzen oder Getränke holen.
oIgnorieren Sie häufige Gänge zum Papierkorb, sofern es den Unterricht nicht zu sehr stört.

·Wenn es mal Streit gibt
oWenn es irgendwo Streit gibt, sind ADHS -Kinder meist nicht weit. Doch oft trügt der Schein! Nicht immer ist das ADHS Kind Schuld an dem Streit. Da sie in der Regel sehr sensibel sind und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn besitzen, haben sie vielleicht nur versucht den Streit zu schlichten und sind dabei zwischen die Fronten geraten.
oAuch wissen die Mitschüler häufig sehr genau, auf welche Knöpfe sie bei einem ADHS Kind drücken müssen, um es zu provozieren.

·Schau mir in die Augen Kleiner
oWenn Sie mit einem ADHS Kind reden, dann versichern Sie sich seiner Aufmerksamkeit durch Blickkontakt und/oder leichter Berührung, z.B. Hand auf Schulter legen.

·Zeit für die Hausaufgaben
oSchreiben Sie die Hausaufgaben klar und übersichtlich an die Tafel.
oGeben Sie ausreichend Zeit, die Hausaufgaben abzuschreiben.
oFühren Sie ein Hausaufgabenbuch. Kontrollieren Sie die Eintragungen.






Nicky
Glaube nur an Wunder die du selbst vollbringst... (Erhard H. Bellermann)


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