Verfasst am 11.04.2011, 00:30:35 Uhr

Hallo liebe Forum-Mitglieder,
diese (meine) Frage wird sicherlich dutzende Male gestellt, aber ihr seit meine letzte Anlaufstelle um mir einen Rat einzuholen.
Ich und mein Mann sind wirklich am Ende. Manchmal haben wir sogar schon daran gedacht, wie wir unser Leben beenden könnten. (Darüber reden und es tatsächlich tun - Da ist natürlich noch eine Spanne zwischen) Ich war sehr erschrocken, dass wir im ersten Gespräch überhaupt darüber gesprochen hatten.
Unser Sohn wird nächste Woche ein Jahr alt. Ich weiß, dass man in diesem Alter noch gar nichts sagen kann. Habe es zumindest sehr oft gehört.
Er ist von Geburt an "schrecklich". Schreit - Schreit und Schreit. Hebamme und Kinderärztin meinten Schreikind. Ostheopath (zwei Verschiedene), Neurologe, Kinderklinik, Notarzt usw. Alle meinten, er wäre einfach nur ein temperamentvoller, gesunder Junge. Nach langer Eigen-Regie wegen der Aktivität und seines unruhigen Schlafens, bemerkten wir eine Schiefstellung seines Kopfes und fuhren zum Kinderorthopäden. Der Stelle dann KISS mit seinen 4 Monaten fest und "behob" es. Danach 10 Sitzungen Krankengymnastik und der Orthopäde musste ihn noch drei Mal gerade machen, da war zwar der Spuk mit den Nacken- und Lendenwirbeln vorbei, aber das Geschrei, die Treterei und das Nöckeln ging weiter.
Er tritt, strampelt fast ohne Pause. Er ist immer nur unzufrieden. Jetzt wo er bald ein Jahr wird, wird er immer noch alle 1 bis 3 Stunden wach und will alle 3 bis 4 Stunden die Flasche. Tag wie Nacht. Tagsüber schläft er manchmal gar nicht und manchmal eine Stunde am Mittag. Er läuft seit dem er 10 Monate alt ist und rennt den ganzen Tag nur von A nach B und zurück. Er bleibt keine Minute an einer Stelle, spielt mit einem Gegenstand nie länger als 15 Sekunden. Und wenn er keine neue Informationen bekommt, schreit er rum. Wenn ich ihn auf dem Arm habe, oder auf dem Schoß, stemmt er sich mit all seiner Kraft dagegen und biegt sich durch, damit er "runter fällt" Halte ich ihn trotzdem fest, weil ich möchte, dass er einen Moment sitzen bleibt, hat er einen schrecklichen Todesschrei mit dem er erst aufhört, wenn ich ihn los lasse. Das war schon immer so. Als er noch nicht laufen konnte, musste ich immer in Bewegung mit ihm bleiben, sonst das gleiche. Abends wenn es zu Bett geht = Geschrei.
Er rastet bei jeder Kleinigkeit aus. Wenn ihm der Keks runter fällt. Wenn er an etwas nicht dran kommt und und und. Wenn ich ihn ermahne, dass er etwas nicht tun soll, kann ich machen was ich will, er macht es trotzdem und hindere ich ihn daran - wie sollte es anders sein - Geschrei vom feinsten.
Der Einzige Moment an dem ich ihn wirklich für fast 15 Minuten ruhig bekomme ist, wenn ich DVD "Die Chipmunks 2" auf dem Computer an mache (wir haben keinen Fernseher) Er sitzt dann in seinem Hochstuhl absolut entspannt und starrt ohne Bewegung auf den Monitor. Das mache ich aber nur sehr selten, weil es nicht gut sein kann. Meistens mache ich es, wenn ich denke, gleich passiert etwas ganz schreckliches und mir brennen die Sicherungen durch.
Mein Mann und ich gehen nun schon zur Diakonie (Familienberaterin) weil wir einfach nicht mehr können. Das Leben rinnt uns aus dem Körper, mit jedem weiteren Tag spürt man wie man Stück für Stück verendet. Tut mir leid, wegen dem Gejammere. Aber wir werden nirgendwo ernst genommen. Und wir waren schon bei so vielen Anlaufstellen.
Aber zeige ich unserem Sohn etwas und sage die Bedeutung, hat er es in seinem Kopf gespeichert. Sache ich es nach eine Stunde wieder, zeigt er darauf. Das kann doch dann gar nicht ADS sein, oder?
Ich hoffe und bete, dass er es nicht hat. Ich habe sehr große Angst davor.
Meine und die Familie meines Mannes sagen auch, dass sie so einen aktiven Jungen noch nie gesehen haben. Morgens wünsche ich meinem Mann schöne Erholung auf seiner Arbeit.
Bitte schreibt mir eure Meinung. Was sollen wir tun. Ich bin wirklich sehr traurig.
|