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Medikamentöse Therapie bei ADS und ADHS
 
Bevor man sich für eine medikamentöse Therapie entscheidet, sollte man sich genau darüber informieren.

Bei deutlicher Beeinträchtigung im Leistungs- und psychosozialen Bereich, oder bei erhöhtem Leidensdruck bei Kindern und Jugendlichen (und Eltern) womit die Gefahr für die weitere Entwicklung des Kindes gefährdet ist, ist die medikamentöse Therapie zwingend erforderlich. Ohne medikamentöse Behandlung verschlechtert sich die Situation meist zunehmend.
Auch für viele Vorschulkinder ergibt sich bereits ein Behandlungsbedarf . Hier haben Frühförderung, heilpädagogische Maßnahmen und Ergotherapie durchaus ihren Stellenwert. Oft sind Übungsbehandlungen (z.B. Logopädie, Ergotherapie) erst bei medikamentöser Therapie der Kinder erfolgreich.
Allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er seinen Kindern oder sich selbst Medikamente gibt. Nicht jeder, der ADS / ADHS hat braucht Medikamente.
 
Medikamente bei ADS und ADHS
 
Die am häufigsten verschriebenen Medikamente sind Ritalin, Equasym, Medikinet, Strattera, Medikinet Retard oder Concerta. Sie haben meist den Wirkstoff Methylphenidat und gehören zur Gruppe der Stimulanzien und dadurch unter das Betäubungsmittelgesetz.

Unter Verwendung dieser Medikamente soll die Dysregulation der Neurotransmitter so verbessert werden, das es zu einer Normalisierung des Hirnstoffwechsels kommt.
Durch diese Medikamente werden die Bereiche im Frontalhirn und Stammhirn so stimuliert, dass es zu einer stetig hemmenden Wirkung kommt, wobei man bestimmte Reize besser kontrollieren kann und es leichter fällt, sich auf etwas zu konzentrieren.


Für kleinere Kinder ist Amphetaminsulfat-Saft günstiger, da er sehr niedrig dosiert werden kann und als Saft auch besser geschluckt werden kann.
Methylphenidat wird wie Amphetaminsulfat-Saft schnell über die Schleimhäute des Verdauungssystems aufgenommen und gelangt auf dem Blutweg direkt ins Gehirn.
Dort tritt nach ca. 20 bis 30 Minuten die Wirkung ein.
Da bei ADS der Stoffwechsel der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin in bestimmten Hirnregionen nicht optimal ist, hat man durch die Medikation die Möglichkeit, dieses günstig zu beeinflussen.
 
Wirkungen der medikamentösen Therapie
 
Deutlich bessere Aufmerksamkeit, Selbststeuerung, Ausdauer und Konzentration.
Besseres zuhören können und sinnvolles Umsetzen des Gehörten.
Verständnis für Logik, Zusammenhänge und Ermahnungen, Einsicht.
Bessere Schrift und Rechtschreibung, weniger Flüchtigkeitsfehler.

Bessere Körperkoordination, Wahrnehmung und Ausführung von Mimik, Gestik und Körpersprache.
Weniger Reden und Geräusche machen.
Bessere Motivation, Leistung zu erbringen, Dinge zu Ende zu bringen, sowie spass an Arbeit und Leistung.
Die Wirkungen bei Methylphenidat und Amphetamin-Saft sind gleich; bei Methylphenidat ist ein früherer Wirkungseintritt, jedoch kürzere Wirkdauer (außer bei Retardpräparaten) und etwa 1/3 höhere Dosis nötig als bei Amphetamin-Saft. Amphetamin-Saft ist daher besonders dort geeignet, wo eine längere Wirkdauer gewünscht wird, oder wenn früh nur eine Dosis gegeben werden kann.
Psychostimulantien wirken dopaminagonistisch.
Circa 70-85% der ADS / ADHS- Patienten sprechen auf die Stimulantientherapie an.

Man sollte aber beachten!!

Die Medikamente lösen nicht alle Probleme!!


Besser werden die Lernleistungen, weil man seine Fähigkeiten besser einsetzen und umsetzen kann.
Ein Beispiel Schule: Man kann besser zuhören, konzentrierter arbeiten, die Schrift verbessert sich und man hat mehr Spass am lernen. Außerdem kommen viele Stärken zum Vorschein.
Ob die Höhe der Dosis, die Wirkdauer und die Frequenz der täglichen Gaben ausreichen, ist danach zu beurteilen, ob genügend lange eine ausreichende Wirkung zu beobachten ist. Beurteilt werden sollte dies anhand der Berichte von Eltern und Lehrern/Erziehern, ergänzbar durch Fragebögen zum Verlauf und Leistungsnachweise wie Zeugnis, zwischenzeitliche Schulnoten, Heftführung, Schrift, eventuell Tests sowie die Verhaltensbeobachtung, wobei auch Videoaufzeichnungen hilfreich sind.

Ist die Wirkung schnell abgebaut, tritt häufig (aber nicht immer) ein Rebound ein, bei dem die Kinder meist eine Verschlimmerung des Verhaltens haben. Sie sind aggressiver, explodieren bei der kleinsten Sache und sind sehr gereizt.
Kommt das Kind mit den Rebounds nicht klar, ist es angebracht ein länger wirkendes Medikament wie Concerta zu nehmen. Da schleicht die Wirkung langsam ein und nach ca. 12 Stunden wieder langsam aus.

Wenn man sich für eine medikamentöse Therapie entscheidet, muss diese auch regelmäßig und nicht nur nach Bedarf durchgeführt werden.
 



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